Schämt Ihr Euch nicht?!

Update 2:

Unfassbar: Jüngst wurde der Kanzler der Münchner Musikhochschule, Dr. Alexander Krause, vom Dienst suspendiert. Jahrzehntelang hatte er sein ganzes Herzblut für dieses Haus gegeben, aufgrund seiner weit über das normale Maß hinausgehenden  Identifikation mit der Institution Unmengen an Sponsorengeldern eingefahren, sogar ein Büchlein über die Geschichte der Adresse Arcisstraße 12 geschrieben und veröffentlicht, um nur einige seiner Leistungen zu benennen.

Weil er auf die Idee kam, meinem Mann für mehr als zehn Jahre Gratisunterricht eine einmalige Sonderprämie von 6000 € anzubieten, wurde ein Disziplinarverfahren gegen ihn eingeleitet. Nun darf endlich sein Stellvertreter und Justitiar Oliver Umlauf in seine Fußstapfen treten. Wen trifft es als nächsten? Den derzeitigen Präsidenten Bernd Redmann? Schließlich hatte der ja, gemeinsam mit dem neuen Leitungsteam das, ach so überhöhte Stundenhonorar von 277 € (jeder Anwalt verdient genauso viel) für den Exzellenzlehrauftrag meines Mannes errechnet, ihm angeboten und selbst unterschrieben. 

Ob die „Musikerin mit Leib und Seele“, Christine Schornsheim, dann doch - trotz reger Konzerttätigkeit und natürlich aus reinem Verantwortungsbewusstsein - bereit wäre, seinen Job zu übernehmen und erste Münchener Musikhochschulpräsidentin zu werden? Als Vizepräsidenten würden sich die Komponisten Jan Müller-Wieland und Moritz Eggert sicherlich bestens eignen - vielleicht würde letzteren aber auch eine Intendantenstelle gut kleiden - möglicherweise wird ja in Bonn bald eine frei, und bei nur einer halben Professorenstelle wären dafür ja noch ausreichend Kapazitäten offen...

Update:

Mein Mann soll nun nur die Hälfte des ursprünglich zurückgeforderten Betrags von ca. 40000 € an den Freistaat Bayern zurückzahlen, auf seine Frage an das Gericht, warum ihm z.B. eine Prämie für besondere Leistungen in der Lehre als Professor nicht zustehen soll, erwiderte das Gericht „da er als Präsident ja von der Lehre entbunden war“. Er habe ja aber trotzdem unentgeltlich weiterhin unterrichtet, darauf das Gericht: „Das ist Ihr Problem, Sie hätten das ja nicht tun müssen.“ Seine vielen, immer voll besuchten Vorlesungen, Seminare, etc. seien als „aufgedrängte Leistung“ zu bewerten.

Fazit: Unser sogenanntes Rechtssystem liefert die geeignetsten Mittel, um Gerechtigkeit zu brechen.


Kurze Richtigstellung der Falschmeldungen in der Tagespresse:

Ein ursprünglich durch einen Hinweis Christine Schornsheims angestoßenes und danach von der Hochschulleitung unterstütztes Strafverfahren gegen meinen Mann wegen angeblicher "Selbstbegünstigung im Amt" wurde von der Staatsanwaltschaft bereits vor über einem Jahr eingestellt.

In der Tat klagt er selbst gegen die Hochschule für Musik und Theater München und den Freistaat Bayern auf Rückzahlung ausstehender Bezüge. 

Elf Jahre lang hat mein Mann neben seinem Präsidentenamt das Studienfach Musikgeschichte völlig gratis unterrichtet, da er als Präsident von der Unterrichtspflicht entbunden war. Auf die an Universitäten durchaus übliche Verpflichtung eines Gastprofessors als adäquate Vertretung für das von ihm repräsentierte Studienfach hat er verzichtet und damit Hochschule und Freistaat eine beträchtliche Geldsumme eingespart. 

Dafür erhielt mein Mann - wie übrigens fast alle anderen Professoren, die nicht wie er außerhalb ihres Deputats ohne Honorar gearbeitet hatten - einmalig eine Prämie für „besondere Leistungen in der Lehre" von 6000 Euro - damals nicht etwa aufgrund seiner eigenen Initiative, sondern vom Kanzler Alexander Krause vorgeschlagen. Seinen Lehrauftrag für das Fach Liedgestaltung hatte er von 1983 bis 2015 durchgehend inne - es war ein Formfehler, dass er ihn zur Zeit seiner Präsidentschaft selbst unterschrieben hat - darauf hätte ihn die Rechtsabteilung des Hauses eigentlich aufmerksam machen müssen. Dieser Lehrauftrag wurde vor seiner Amtszeit jedoch von mehreren Präsidenten unterschrieben, danach auch wieder von seinem Nachfolger Bernd Redmann. Einen sogenannten Exzellenzlehrauftrag für Musikgeschichte hat ebenfalls Bernd Redmann unterschrieben, keinesfalls mein Mann selbst, zudem wurde die Summe seines Honorars dafür vom neuen Hochschulleitungsteam errechnet und ihm freiwillig angeboten. Man wollte ihn 2014 bei seinem Weggang nach Salzburg unbedingt der Ehre wegen weiterhin an das Haus binden, nachzulesen übrigens in der denkwürdigen Abschiedsrede Redmanns „Das Mauser-Phänomen“.

Ich zitiere: … Gott sei Dank dreht es sich heute nur um Deine Verabschiedung aus dem Amt und keinen wirklichen Abschied. ... drittens bleibst Du uns als lehrender Musikwissenschaftsprofessor erhalten (jeden Montagnachmittag) und viertens - das ist ohnehin beschlossene Sache - sind und bleiben wir D e i n e Hochschule im eigentlichen Sinne. Ich möchte sehr herzlich an Deine Gemahlin appellieren: Liebe Amélie, bitte achte darauf, dass Sigi das alles so einhält (besonders den Montagnachmittags-Termin) ... Lieber Sigi, wir verabschieden Dich als Präsident mit größter Anerkennung und Dankbarkeit für alles, was Du geleistet hast. Bleib uns treu, bleib uns nah. Lieber Sigi, Danke!“

 

Die komplette Festrede Bernd Redmanns an den scheidenden Präsidenten können Sie hier (ganz unten) nachlesen.