Schämt Ihr Euch nicht?!

 

Kurze Richtigstellung der Falschmeldungen in der Tagespresse:

Ein ursprünglich durch einen Hinweis Christine Schornsheims angestoßenes und danach von der Hochschulleitung unterstütztes Strafverfahren gegen meinen Mann wegen angeblicher "Selbstbegünstigung im Amt" wurde von der Staatsanwaltschaft bereits vor über einem Jahr eingestellt.

In der Tat klagt er selbst gegen die Hochschule für Musik und Theater München und den Freistaat Bayern auf Rückzahlung ausstehender Bezüge. 

Elf Jahre lang hat mein Mann neben seinem Präsidentenamt das Studienfach Musikgeschichte völlig gratis unterrichtet, da er als Präsident von der Unterrichtspflicht entbunden war. Auf die an Universitäten durchaus übliche Verpflichtung eines Gastprofessors als adäquate Vertretung für das von ihm repräsentierte Studienfach hat er verzichtet und damit Hochschule und Freistaat eine beträchtliche Geldsumme eingespart. 

Dafür erhielt mein Mann - wie übrigens fast alle anderen Professoren, die nicht wie er außerhalb ihres Deputats ohne Honorar gearbeitet hatten - einmalig eine Prämie für „besondere Leistungen in der Lehre" von 6000 Euro - damals nicht etwa aufgrund seiner eigenen Initiative, sondern vom Kanzler Alexander Krause vorgeschlagen. Seinen Lehrauftrag für das Fach Liedgestaltung hatte er von 1983 bis 2015 durchgehend inne - es war ein Formfehler, dass er ihn zur Zeit seiner Präsidentschaft selbst unterschrieben hat - darauf hätte ihn die Rechtsabteilung des Hauses eigentlich aufmerksam machen müssen. Dieser Lehrauftrag wurde vor seiner Amtszeit jedoch von mehreren Präsidenten unterschrieben, danach auch wieder von seinem Nachfolger Bernd Redmann. Einen sogenannten Exzellenzlehrauftrag für Musikgeschichte hat ebenfalls Bernd Redmann unterschrieben, keinesfalls mein Mann selbst, zudem wurde die Summe seines Honorars dafür vom neuen Hochschulleitungsteam errechnet und ihm freiwillig angeboten. Man wollte ihn 2014 bei seinem Weggang nach Salzburg unbedingt der Ehre wegen weiterhin an das Haus binden, nachzulesen übrigens in der denkwürdigen Abschiedsrede Redmanns „Das Mauser-Phänomen“.

Ich zitiere: … Gott sei Dank dreht es sich heute nur um Deine Verabschiedung aus dem Amt und keinen wirklichen Abschied. ... drittens bleibst Du uns als lehrender Musikwissenschaftsprofessor erhalten (jeden Montagnachmittag) und viertens - das ist ohnehin beschlossene Sache - sind und bleiben wir D e i n e Hochschule im eigentlichen Sinne. Ich möchte sehr herzlich an Deine Gemahlin appellieren: Liebe Amélie, bitte achte darauf, dass Sigi das alles so einhält (besonders den Montagnachmittags-Termin) ... Lieber Sigi, wir verabschieden Dich als Präsident mit größter Anerkennung und Dankbarkeit für alles, was Du geleistet hast. Bleib uns treu, bleib uns nah. Lieber Sigi, Danke!“

 

Die komplette Festrede Bernd Redmanns an den scheidenden Präsidenten können Sie hier (ganz unten) nachlesen.